Bautipps
2009-01-21 17:47 von Patrick Vilsecker
Tipp Nr. 1
Ein Grundstück sollte man nicht überstürzt kaufen. Lassen Sie sich Zeit und lassen Sie sich zum Kauf auch nicht unter Druck setzen.
Tipp Nr. 2
Die zuständige Gemeindeverwaltung oder das zuständige Bauamt aufsuchen. Dort erfährt man, ob das Grundstück baureif ist, mit welchen Erschließungskosten zu rechnen ist und wie es zu bebauen ist. Nehmen Sie Einblick in den Bebauungsplan und lassen sich die textlichen Festsetzungen erklären und aushändigen. Erfragen Sie, ob der Ihnen angebotene Preis realistisch ist. Sind Altlasten auf dem Grundstück bekannt? (z.B. Tankstelle, Industrieanlage, Müllkippe). Welche Bauauflagen sind zu erwarten?
Tipp Nr. 3
Erfragen Sie beim Tiefbauamt, ob das Grundstück mit Zu- und Abwasser, Strom, Gas oder Fernwärme und Kabeln der Telekom erschlossen ist. Erfragen Sie, wann mit der Fertigstellung der Straße zu rechnen ist. Erfragen Sie, ob das Regenwasser an den Straßenkanal angeschlossen werden darf oder ob sämtliches Regenwasser auf dem Grundstück versickern muss?
Tipp Nr. 4
Bei der Gemeinde, beim Bauamt oder bei Nachbarn können Sie erfragen, wie der Boden im Baugebiet beschaffen ist. Besteht eine Grundwassergefahr für das Grundstück?
Tipp Nr. 5
Ist das Grundstück schon katastermäßig vermessen? Bitte beim Bauamt oder Katasteramt erfragen. Sind Grenzsteine sichtbar vorhanden? Wenn nein, unbedingtfreilegen lassen.
Tipp Nr. 6
Prüfen Sie
sehr genau die Lage des Grundstückes:
- Lage und Umfeld. (Bestimmt unter anderem den Wiederverkaufswert)
- Himmelsrichtung, wichtig für Energiesparhäuser 40/60 und Passivhäuser
- Gewässer in der Nähe (z.B. Bach oder Feuchtwiese)
- Infrastruktur: Kindergarten, Schule, Arzt, Apotheke,
Einkaufsmöglichkeiten, Entfernung zum Arbeitsplatz
- Umwelteinflüsse:
Lärmbelästigungen, Störfaktoren in der Nachbarschaft. Grundstück
bitte auch in der Woche ansehen. Am Wochenende ist es meistens
ruhiger.
Geruchsbelästigungen (z.B. Nähe Kläranlage, Tankstelle,
landwirtschaftliche Gebäude, Industrie)
- zu erwartende Nachbarbebauung (z.B. Mehrfamilienhäuser)
- Ist das Grundstück geräumt oder müssen noch Kosten für
Baumfällarbeiten, Abrissarbeiten und Bauschuttentsorgung
einkalkuliert werden?
Tipp Nr. 7
Überprüfen Sie, ob im Grundbuch Baulasten eingetragen sind. Als Baulasten werden die Rechte Dritter am Grundstück bezeichnet. Dazu gehören zum Beispiel Wegerechte der Nachbarn. Manchmal führen Stromversorger Leitungen über das Grundstück. Unter Berücksichtigung möglicher Risiken durch Elektrosmog ist ein solches Recht eine große Belastung.
Tipp Nr. 8
Kalkulieren Sie vor dem Kauf eines Grundstücks Ihr Gesamtbudget inklusive Haus genau durch. Bedenken Sie beispielsweise, dass für den Grundstückskauf rund 1,5 bis 2 % für Notar und Gerichtsgebühren und 3,5 % Grunderwerbsteuer vom Grundstückskaufpreis einzuplanen sind. Zusätzlich können noch Maklercourtage, Vermessungskosten, Erschließungskosten oder Kanalanschlussbeiträge anfallen.
Tipp Nr. 9
Falls der Grundstücksverkäufer vorgibt, Erschließungskosten bezahlt zu haben, lassen Sie sich dies bitte schriftlich bescheinigen und fragen Sie zur Sicherheit bei der Erschließungsbehörde (Tiefbauamt) nach.
Tipp Nr. 10
Lassen Sie bitte direkt nach dem Grundstückskauf, bevor die Baugrube ausgehoben wird, eine Baugrunduntersuchung durchführen. Nur so kann sichergestellt werden, dass das Bauvorhaben richtig gegründet und die richtige Kellerisolierung gewählt wird.
Diese Informationen wurden uns freundlicherweise von der Firma Galant GmbH zur Verfügung gestellt.
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